Neues vSAN 6.6-Homelab

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Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich mein Homelab erneuert, um mich mit vSAN zu beschäftigen. Damals hatte ich mich für ein kleines Hardware-Upgrade entschieden und zähneknirschend schon befürchtet, dass die neu gewonnenen Ressourcen schon bald nicht mehr ausreichen würden. Und genau so kam es schon nach kurzer Zeit, nachdem ich einen vSAN-Cluster aufgebaut hatte.

Ich hatte damals schon von der Xeon D-Produktfamilie erfahren, doch den Gedanken an solche Systeme aufgrund des damaligen Preises direkt verworfen. Mittlerweile hat sich das Preisniveau etwas reguliert – und ich habe zwei solcher Systeme erworben, um diesmal mehr Reserven zu haben. Gegenüber meiner vorherigen Hardware-Auswahl sind nun pro Server bis zu 128 GB Arbeitsspeicher anstatt 32 GB möglich – der 2-Node-Cluster kann dann also auf bis zu 256 GB RAM zurückgreifen.

Auch hinsichtlich der SSDs habe ich ein kleines Upgrade eingeplant. Bei den letzten Systemen habe ich anfänglich mit einem Hybrid-Setup angefangen und später auf zwei SATA-SSDs gewechselt. Bei den neuen Systemen kommen NVMe- (Cache-Layer) und SATA-SSDs (Capacity-Layer) zum Einsatz.

Supermicro bietet zahlreiche Xeon D-basierte Mainboards und auch Komplettlösungen an – was der Übersichtlichkeit nicht gerade dienlich ist. Glücklicherweise gibt es in der Community genügend Homelab-Gurus, die gerne ihr Wissen teilen. Nach Erfahrungsaustausch mit Mark Brookfield und Erik Bussink habe ich mich letztendlich für einen Eigenbau mit den folgenden Komponenten entschieden:

 

Bauteil Produkt Link Preis
Mainboard Supermicro X10SDV-TP8F (MBD-X10SDV-TP8F-O) [klick mich!] 530 €
Arbeitsspeicher 2x 32 GB DDR4 RDIMM ECC (Marke nach Tagespreis) ~550 €
Capacity-SSD OCZ Trion 150 480 GB (bereits vorhanden)
Cache-SSD Samsung SSD 960 EVO 250GB (MZ-V6E250BW) [klick mich!] 120 €

 

Bei der Auswahl des Mainboards waren mir die folgenden Eckdaten wichtig:

  • Xeon Quad-Core Prozessor
  • 10 GbE-Ports (vSAN-/vMotion-Backend)
  • NVMe-Slots für SSDs
  • IPMI / OOBM zur Remote-Verwaltung

Unter den Gesichtspunkten war das X10SDV-TP8F zum Zeitpunkt meiner Recherchen das Günstigste in Deutschland lieferbare Mainboard. Beim Shoppen sollte man darauf achten, nicht versehentlich das X10SDV-2C-TP8F zu erwischen – dieses verfügt lediglich über eine Pentium Dual-Core CPU.

Supermicro bietet auch fertige Systeme mit Xeon D-Prozessoren an – gegenüber dem Eigenbau sind diese natürlich bedeutend teurer. Da ich noch Rack-Gehäuse und Netzteile hatte, wurden diese nicht in Betracht gezogen:

 

Produkt Features Link Preis
SuperServer E200-8D 6-Core, 2x 1G, 2x 10GBase-T [klick mich!] ~1000 €
SuperServer E300-8D 4-Core, 6x 1G, 2x 10G SFP+ [klick mich!] ~800 €
SYS-5018D-FN8T 4-Core, 6x 1G, 2x 10G SFP+ [klick mich!] ~1000 €

 

Bei den letzten beiden Produkten wird das gleiche Mainboard verwendet (X10SDV-TP8F), welches ich für mein Eigenbau-Setup gewählt habe.

Normalerweise verbaue ich seit Jahren ausnahmslos Kingston Arbeitsspeicher in meinen Systemen. Bei dem ersten System habe ich Kingston-Module erworben, doch zum Zeitpunkt meiner zweiten Bestellung (ich habe die beiden Systeme mit einem Monat Versatz erworben), wurde die Preisschraube deutlich angezogen, weswegen ich mich für Videoseven-Module entschieden habe. Zugegebenermaßen war mir gar nicht bewusst, dass Videoseven noch existiert. Die letzten Produkte, an die ich mich erinnerte, waren Bildschirme und Grafikkarten in den späten 90ern. 😀 Ich habe bisher keine Langzeit-Erfahrungen, aber bisher funktioniert der V7-RAM anstandslos – die Verarbeitung der Module erscheint mir sehr hochwertig. Ich habe mich bewusst für RDIMM-Module entschieden, um später noch Arbeitsspeicher nachrüsten zu können.

mSATA-Schraube

Hinsichtlich der SSDs habe ich mich für eine NVMe-SSD für den vSAN Cache-Layer entschieden. Die Preise solcher SSDs sind in der letzten Zeit stark gesunken. Die schon bisher genutzten Capacity Layer-SSDs verwende ich erstmal weiter.

Erik wies mich darauf hin, dass es beim Einbau des Mainboards ratsam ist eine Schraube zu entfernen, wenn man später eine mSATA-SSD nachrüsten möchte. Danke nochmals für den Tipp!

Anbei noch ein paar Bilder der Bauteile:

Ausblick

Homelab 2017

Homelab 2017

Es gibt noch einige Dinge, die sich optimieren ließen. Beispielsweise ist mein Setup nicht VMware HCL-konform, was mit einem entsprechendem Alarm innerhalb vCenter Server angezeigt wird.

Abhilfe würde der Einsatz eines zertifizierten Controllers schaffen – mir wurden der LSI 9207-8i und LSI 9300-8i empfohlen. Ersterer scheint eine gute Budget-Alternative zu sein. Ein weiterer Punkt ist, dass sich der Platz in meinem Rack dem Ende neigt – die aktuell verwendeten 2HE-Gehäuse nehmen viel Platz ein – eine Option wäre es, auf 1HE-Gehäuse zu wechseln. Das hätte den Vorteil, dass ich ein drittes System einbauen könnte, falls sich die Arbeitsspeicher- oder vSAN-Ressourcen dem Ende neigen. 🙂

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